Bornholmer Strasse Berlin
Der Grenzübergang Bornholmer Straße war ein Grenzübergang an der Berliner Mauer von 1961 bis 1990; er verband die Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding im Norden Berlins über die Bösebrücke.

Nach der live übertragenen Erklärung Günter Schabowskis auf einer Pressekonferenz am 9. November 1989, einem Donnerstag, gegen 19 Uhr, dass die DDR-Bürger die Reisefreiheit erhalten würden, wozu er auf Nachfrage ergänzte, dass die Regelungen dazu „unverzüglich“ gültig seien, war der Grenzübergang Bornholmer Straße der erste Grenzübergang in Berlin, an dem um 23:30 Uhr die Passkontrollen eingestellt wurden und über den erstmals Tausende DDR-Bürger die Gelegenheit nutzten, nach West-Berlin zu kommen:

Im Laufe des Abends hatten sich nach Schabowkis Erklärung mehr und mehr DDR-Bürger am Grenzübergang versammelt, um nach West-Berlin zu gelangen. Der Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, Oberstleutnant Harald Jäger, fragte bei seinen Vorgesetzten immer wieder nach, wie weiter zu verfahren sei, erhielt von diesen jedoch keine oder nichtssagende Anweisungen. Nach dem Auslösen eines „stillen“ (nach außen nicht wahrnehmbaren) Alarms reagierten erst- und letztmals die Vorgesetzten: es kam die Anweisung (ab etwa 21:20 Uhr), einzelnen Leuten (und zwar „den größten Schreiern“) die Ausreise zu genehmigen. Der DDR-Personalausweis erhielt dazu einen Stempel halb über das Lichtbild. Dies sollte eine Wiedereinreise in die DDR verhindern – die Personen wurden darüber aber nicht in Kenntnis gesetzt.

Es zeigte sich jedoch, dass damit das Problem nicht gelöst war: immer mehr DDR-Bürger drängten sich vor dem Grenzübergang und forderten ihre Ausreise. Die Situation verschärfte sich vor Ort weiter. Von seinen Vorgesetzten alleingelassen, ließ Harald Jäger, einerseits unter dem Druck der Verhältnisse, andererseits offenbar zornig über das Verhalten der Vorgesetzten und vor dem Problem resignierend, am 9. November 1989 nach weiteren zwei Stunden um 23:29 Uhr eigenmächtig und entgegen der Befehlslage die Grenzübergangsstelle öffnen und sämtliche Passkontrollen einstellen. Der Übergang wurde damit zur ersten Stelle, an der die Berliner Mauer geöffnet wurde. Die bis dahin fast 1000 Reisewilligen, die sich an der Grenzübergangsstelle versammelt hatten, durften in den Westen ausreisen.

Nachdem Harald Jäger an die MfS-Zentrale durchgegeben hatte, dass er die Schlagbäume geöffnet habe, erhielten die anderen sechs Grenzübergänge gegen 24 Uhr von dort die Anweisung, ebenso zu verfahren.
(Quelle: Wikipedia)
Besuch am 13.02.2019
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